Ortsbrandmeister-Geburtstag

Die Überschrift lässt ja auf einen geruhsamen Freitag hoffen. Aber wenn in einer Überschrift schon die Wörter Ortsbrandmeister und Geburtstag stehen, dann kann meistens nichts Gutes bei rauskommen. Es fing alles ganz harmlos an. Kai hatte Geburtstag und wollte ein wenig im Keller feiern. Ich habe mir also eine Flasche Wodka geschnappt und bin losgetigert. Nicht ohne mir meinen Vorsatz für den Abend einzubläuen. „Nur Bier, kein Schnaps!“ Denn am nächsten morgen sollte ich bei Friede auf dem Bau mit helfen. Da muß man ja frisch und ausgeruht sein, zumindest sollte man nicht allzu viel den Abend vorher getrunken haben, denn sonst kann harte Arbeit schnell seinen Tribut fordern. Nachdem ich dann also gratuliert hatte, bekam ich auch schon das erste Bier in die Hand gedrückt. „Klasse“, dachte ich mir so, „hier bleibe ich gerne!“ Es war natürlich klar, das es bei dem einen Bier nicht bleiben würde, aber als dann die Kozos eingeschenkt wurden sagte ich tapfer nein. Naja, ein wenig schielte ich schon auf die Schnapsgläser, aber ich mußte hart bleiben. Der Wille brach dann hörbar bei der zweiten Runde Kozos. Da die anderen schon ein paar mehr intus hatten half das ganze wehren und lamentieren nichts mehr und ich mußte einen mittrinken. Da ich ja vorher keinen getrunken hatte schüttete mir man großzügig einen Doppelten ein. Na herzlichen Glückwunsch. Aber es ging noch, solange keine Mischungen dazu kamen lief alles noch in geordneten Bahnen. Man trank also gemütlich und unterhielt sich nett. Alles in allem hätte es ein schöner Abend bleiben können. Bis jemand Keile-Günther an die Anlage gelassen hat. Ich glaube Günner muß nur in die Nähe der Anlage kommen und schon dreht sich der Lautstärkeregler von alleine auf maximalen Output. Das Rauschen weckte schlimme Erinnerungen in mir.  Dann war es soweit. Dr Pressure lief und es gab kein halten mehr. Dummerweise gab es auch welche die Keile-Günther anfeuerten und somit war es mit der Ruhe vorbei. Wummernde Bässe und kreischende Höhen verwöhnten das Trommelfell bis damit drohte gleich zu platzen. Unterhaltungen waren nicht mehr möglich. Man mußte schon ein Meister im Lippenlesen sein um sich mit seinem Gegenüber vernünftig zu unterhalten. Ich bin echt am überlegen ob ich nicht eine Zeichensprache lerne. Ist in solchen Fällen sehr von Vorteil zumal das Lippenlesen bei Betrunkenen bestimmt doppelt so schwierig ist, da der Lall-Faktor noch dazu kommt. Da ich nun durch den unglaublichen Lärmpegel verwirrt war nutze Kai die Gunst der Stunde und hielt mir eine Falsche Havana Club unter die Nase. Das wars. System overload! Meine Augen gaben die visuellen Eindrücke an das Gehirn weiter. Leider hat die Leber eine Überwachungseinrichtung installiert und kappte frühzeitig die Verbindung. Bevor das Gehirn den Befehl zum Ablehnen gab, hat die Leber schon alle Maßnahmen in die Wege geleitet und meine Hände machten schon die Mischung klar.  Mein Gehirn schmollte ein wenig und erinnerte den Rest des Körpers das man am nächsten Tag bei Friede buckeln mußte. Keiner hörte mehr auf das Gehirn und es ging fröhlich der Havana Club den Schlund runter. Die Lautstärke der Musik war mir in der Zwischenzeit auch egal geworden. Allerdings vollführte Günner jetzt die Disziplin „Mischung machen aus 1,5 m Abstand“. Das glas stand auf der Theke und Günner versuchte aus einer Höhe von geschätzten 1,5 m die Getränke in das Glas zu bekommen. Funktionierte nicht ganz so gut, wie man sich das jetzt vorstellen möchte. Aber er hat das Glas voll bekommen. Dumm nur, das immer mehr Alkohol ins Glas kam und somit weniger Zumischung. Was dann wiederum bewirkt, das man noch weniger treffen kann und man noch härtere Mischungen bekommt. Ein Teufelskreis der ein schlimmes Ende genommen hat. Günner war dann irgendwann richtig voll. Weitere Aktionen sollen hier verschwiegen werden. Eins muß aber noch erzählt werden. Kai und Philip waren damit beschäftigt im Vorraum der Garage etwas wegzuwischen, was eventuell Die Schuld von Keile Günther war. Keile mußte natürlich nachgucken und haut sich schön auf die Fresse und landet direkt auf den nassen Fliesen. Sein Gesicht und sein Aufzug als er wieder in den Partyraum gekommen ist, war Gold wert. Irgendwann bot ich ihm an, das ich ihn nach Hause bringe, da er doch sehr angeschlagen war. Wir sind dann losgegangen und auf halbem Wege wollte er dann doch noch mal in den Jugendraum, wahrscheinlich weil da seine Freundin war. Aber der Weg war mir zu weit, also habe ich ihn alleine gehen lassen. Am Sonntag hab eich dann erfahren, dann das er vorm Jugendraum gesessen hat und den Mädels, die gerade aus der Werkstatt gekommen sind, gesagt hat alle anderen wären im Jugendraum. Tja, Fantasie muß man haben. Irgendwann verschwand dann Philip und Kathrin Schäfer trat auf in Begeleitung von ihrer Freundin Kathrin die einen extrem kurzen Rock an hatte. Viel Alkohol, ein kurzer Rock die Reaktionen waren vorprogrammiert. Florian der neben mir saß, meinte nur das er noch nie so lange Beine gesehen hat. Und in gewisser Weise hatte er schon Recht, aber es sollte noch besser kommen. Irgendwann bewirkte der Alkohol das Florian sich unheimlich sicher fühlte und er versuchte Kathrin unter den rock zu gucken. Aber da hat er die Rechnung ohne seinen Gleichgewichtssinn gemacht. Der half ihm nämlich dabei, indem er nach vorne überfiel. Frank fing ihn dann aber sicherheitshalber auf. Sonst hätte unser Noch-Prinz ernsthaften Schaden genommen. Allerdings war das auch die letzte große Aktion an die ich mich noch klar erinnern kann. Alles weiter ist unter einen unscharfen Schleier verborgen. Ich weiß nur noch das ich mit dem Florian nach Hause gegangen bin und als ich mich in s Bett gelegt habe zeigt meine Uhr 0408 Uhr. Klasse, bald darf ich buckeln gehen.
Gefühlte fünf Minuten später klingelte der Wecker und ich durfte aufstehen um Schubkarren voll Kies bei Friede zu schieben. Wahre Begeisterungsstürme lösten die Kopfschmerzen in meinem Kopf aus. Aber da hilft kein Jammern, da muß man aufstehen und eine schönes aufgebackenes Brötchen mit Bresso essen. Kommt nicht wirklich gut. Das Buckeln war so eine Sache. Auf der einen Seite wäre ich schon gerne im Bett geblieben, aber so half die harte Arbeite den Alkohol aus meinem Körper zu vertreiben. Ich habe dann auch nur vier Flaschen Wasser bei Friede weggeputzt. Und das nur bis 1600 Uhr. Harte Arbeit, Nachdurst, das nächste Mal trinke ich gleich aus der Regentonne. Der Abschluß machten dann zwei schöne kalte Hefe in der Baubude. Die waren echt Klasse. Tja, dann nach Hause und als ich auf dem Sofa lag wollte ich einfach nicht mehr hoch. So schlimm es sich jetzt anhören sollte. Ich habe am Samstag nichts mehr gemacht. Ich wollte mir Buffy angucken und bin in der zweiten Werbepause schön eingerunzelt. Verdammte Arbeit, die hat mir das ganze Wochenende kaputt gemacht. Gegen 0130 Uhr bin ich dann aufgewacht und habe mich ins Bett gelegt. Ende vom Lied. Am Sonntag war ich um 0800 Uhr wach. Toll, was macht man mit so einem Tag? Ich muß nochmal ein ernstes Wörtchen mit meinem Körper reden. So geht das ja nicht. Einfach fertig sein und abends nicht mehr hoch kommen.

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