Das Havana Club Wochenende

Liebes Tagebuch. Letzten Freitag sollte es soweit sein. Endlich mal zu Hause bleiben und ausruhen. Kein Zwang in die Werkstatt oder sich anderweitig zu betrinken. Was auch gut so ist, denn Samstag wollen wir ja ins Glashaus und die Eltern wollten zu Hause umräumen. Alles war so schön geplant, bis Kai anrief. „Könntest Du für mich zur AG-Versammlung gehen und die Termine für die Feuerwehr bekannt geben?“ Klar, mache ich. Ein Bierchen kann ja nicht schaden. Am Ende waren es vier. Und ich konnte meine Klappe nicht halten. Mein Platz war zwischen Florian (1. Vorsitzender Krombacher-Club) und der 1. Vorsitzenden der Frauengemeinschaft. Gegenüber saßen Schnitzel und Patrick Böning. Der Schützenhauptmann sagte was von der Vatertagswanderung und das da auch Frauen mitgehen können, nicht nur Männer (Der Schützenverein ist ganz schön weich geworden!). Da kam er der Spruch. Ich wollte ihn nicht loslassen, aber er hat so hervorragend gepasst und eine solche Gelegenheit auszulassen wäre ein Verbrechen. Außerdem hätte ich dann wieder Bauchschmerzen bekommen. Ganz leise, so daß mich nur die Umsitzenden hören konnten sagte ich: „Naja, irgendwer muß ja auch den Bollerwagen ziehen!“. Dummerweise saß ja auch die Frauengemeinschaft neben mir und machte kein sehr freundliches Gesicht. Dafür freuten sich die anderen umso mehr. Es tut mir aufrichtig Leid. Liebe Frauen, falls hier welche mitlesen sollten. So habe ich das echt nicht gemeint. Aber wenn man einen Spruch hat, dann soll er auch rausgelassen werden. Auch wenn er nicht so gut war, wie in meinem Fall! :) Nach der Versammlung ist dann die jüngere Fraktion noch in den Jugendraum gegangen um noch ein Bier zu trinken. Da hab eich mich natürlich angeschlossen. Ein Bier, zwei Bier, drei Bier und plötzlich hatte ich eine Flasche Havana Club am Hals in die jemand (war ich es vielleicht selber) den Rest-Havana mit Cola aufgefüllt hat. Es waren glaube ich auch nur drei Augenblicke später als ich auf einmal an der Kasse der Werkstatt stand und Eintritt bezahlte. Wie kommt das? Ich glaube meine Leber ist der wahre Herrscher in meinem Körper. Nicht das Gehirn. Das ist so ein weichlicher Verpisser, der sich immer von wem anders was sagen lässt. Aber vielleicht habe ich in letzter Zeit die Leber auch mehr gefordert als mein Hirn!? Who knows! Ich habe sie aber beide lieb! Nun ja, wenn man dann schon mal da ist, dann kann man ja auch ein wenig bleiben und ein paar trinken. Der Großteil von den Mitgefahrenen wollte gleich an die Theke und Wodka bestellen, aber so langsam kann ich das Zeug nicht mehr sehen und außerdem glaube ich das es nicht gut für mein Herz ist. Ich werde ja auch nicht jünger! Also schnappte ich mir Thomas B und schlug ihm vor das wir uns vielleicht eine Flasche Havana Club teilen könnte. Er war einverstanden und meine inneren Organe verfielen in einen Sprechgesang, wie im Fußballstadion. „Wir wollen den Havana sehen, wir wollen den Havana sehen!“ Und die Leber gab den Takt vor. Dann soll es auch so sein. Ich gab Thomas Geld und schon bald sollte das Paradies in einer Flasche vor mir stehen. Zur Abwechselung saßen wir recht unspektakulär an einem Tisch und da enden auch meine Erinnerungen. Außer diversen Toilettenbesuchen weiß ich nicht mehr viel. Nur das ich irgendeinen Verehrer von Hüfte vollgenaselt habe und das Keile Günther eine Zeit lang neben mir gesessen hat. Was da an Scheiße gelabert wurde reicht für ein halbes Jahr. Ich denke mal das der Besitzer der Werkstatt einen Vertrag mit den örtlichen Bauern hat, die jeden Samstag und Sonntag morgen mit ihren großen Frontladern die Werkstatt von der gelaberten Scheiße befreien. Ich hörte es soll ein hervorragender Dünger sein. Es kann auch durchaus möglich sein, das wir noch bei McDonalds waren, allerdings bin ich mir nicht sicher und meine Stuhlprobe wollte ich nicht unbedingt untersuchen. An was ich mich noch erinnern kann ist das Günther und ich beim Bäcker gestanden haben und wie die Geisteskranken diverse Leider gesungen haben. Natürlich geht so was nicht leise wenn man ordentlich getankt hat. Deswegen konnte ich jetzt schon mit konstruktiver Kritik von der örtlichen Bevölkerung rechnen. Besonders von Manni. Kein Wunder haben wir auch unsere Lieder ganz in Nähe seines Schlafzimmerfensters zum Besten gegeben.

Samstag. „Wo war ich? Wieviel Uhr war es? Was liegt heute an?“ Sollten so Fragen sein, die einem nach einem durchgesoffenen Abend im Kopf herumschwirren. Aber nein, bei mir war es: „Boah, heute Abend schon wieder saufen? Dann aber keinen Schnaps!“ Aufstehen mußte ich auch, da wir umräumen wollten. Das ging so besser von der hand als gedacht, da wir ja glücklicherweise am Freitag schon den Schlafzimmerschrank verrückt haben. Glücklicherweise. Anschließend gings zum Entspannen nach Esplingerode. Ein paar DVDs warteten darauf geguckt zu werden. Und ganz wunderbar bei eingeschlafen. Naja, Hitchhickers Guide kannte ich aber auch schon. Abends trafen wir uns dann erst im MaxxM, wo ich meinem Entschluß treu blieb und keinen Schnaps getrunken habe. Dafür wanderten ein paar Hefeweizen den Schlund runter. Das gibt wenigstens eine ordentlich Plauze! Langsam wurde es Zeit und wir brachen allesamt in das Glashaus auf. Für die, die das Glashaus nicht kenne: Mittlere Großraumdisco, worauf sich das „mittlere“ auf die Größe bezieht. Betritt man das Glashaus wird man mit einer Flutwelle an Sinnesanregungen überschüttet. Sämtliche Sinnesorgane versagen nach wenigen Minuten gar Sekunden den Dienst. Frauen, eine hübscher als die andere. Haben nette figurbetonte Kleidung an und sind gut drauf. Aber als normaler heterosexueller Mann hält man das nicht aus. Es ist so als wenn man Essenz von Havana Club trinkt. Havana Club ist zweifelsohne ein göttliches Getränk, aber nur in der richtigen Dosis. Zuviel von allem ist niemals gut. Jetzt höre ich doch einige wieder aufschreien: „Das sagt ja der Richtige!“ Aber ich kontere mit James Hetfield: „Do as I say, not as I do!“ Mein Wille war stark. Der Großteil holte sich eine Flasche Jim Beam. Gott sei Dank, den mag ich eh nicht. Also konnte ich mich getrost an Bier halten. Leider gibt’s nur 9 Springe im Ausschank. Würg, jeder der das schon mal getrunken hat, weiß was ich meine. Man kann vielleicht fünf Liter davon trinken, spätestens dann verwandelt sich der Darm am nächsten Tag in eine Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Flaschenbier mußte her. Was stand auf der Karte: Becks Gold. Naja, die kastrierte Schwester vom König. Ich weiß gar nicht warum die Brauereien sowas auf den Markt bringen. Das schmeckt doch gar nicht richtig wenn da das Herbe fehlt. Marketing-Leute, konnte ich schon während des Studiums nicht ab. Es gingen vielleicht fünf Stück rein, als Thomas die magischen Worte sagte. „Wollen wir uns ne Flasche Havana Club holen“ Das wars. Mein Gehirn stellt auf Leerlauf und die Leber übernimmt das Kommando. Toll gemacht. Sofort waren alle Frauen aus meinem Gedächtnis gelöscht und mein inneres Auge sah nur noch eine Flasche Havana Club von einer leuchtenden Corona umgeben. Leider ist das Flaschen holen im Glashaus ein wenig sehr kompliziert, deswegen mußten wir satte 15 Minuten auf den Himmel warten. Aber dann gings los. Den Platz den wir hatten war leider ein wenig daneben und außerdem spielte ein Band. Wer jetzt denkt das war eine Band die gute Musik gespielt hat, dem sei gesagt, er hat Unrecht. Die konnten zwar spielen, also sie haben die richtigen Töne getroffen, aber die Musik war dann so Richtung Almhütten-Apres-Ski-Super-Stimmung-und-alle-sind-voll. Eher nicht so mein Ding.- Wenn wir jetzt einen Platz in der Nähe der Tanzfläche hätten, dann sähe es vielleicht anders aus, aber so war es eine Tortour für die Ohren. Aber auch die schlechteste Musik geht mal vorbei, doch dann war irgendwie die Stimmung raus. Tanzen war ich glaube ich auch kurz, aber die Erinnerungen sind ein wenig verwaschen. Eigentlich wie immer. Gut war, das ich mal wieder mit Ingo ordentlich einen ballern konnte. Der war mit seiner Freundin mitgekommen und die hatte ihren Freundinnen auch Bescheid gesagt, so daß die Frauenquote ein wenig aufgestockt wurde. Nicht das das jetzt was geändert hat, aber es war dann doch besser anzugucken. Besonders Ann-Christin. Der Weg nach Hause ist aus meinen Erinnerungen ausgelöscht, ergo wird nichts Besonderes gewesen sein. Wir wollten den Morchel mitnehmen, aber der war weg, also dachten wir, das er mit Ingo und Köppel weg ist. Wie mir sein kleiner Bruder zwei Tage später berichtete war dem nicht so, denn er war noch im Glashaus, aber wo konnte er selber nicht sagen. Er hat sich dann wohl alleine ein Taxi nach Hause genommen. Tut mir ja echt ein wenig leid, aber wenn man einfach so verschwindet.

Sonntag, DVD Einsatz bei David und Ellen. David komatös, Ellen ein wenig fitter. Aber ich habs dann nach drei Stunden hinbekommen. Was ich da gemacht habe, will ich hier aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht ausführen. Der Feind hört mit!

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