Die Brauerei oder einen Tag im Himmel

Der Traum eines jeden Bierliebhabers ist letzten Donnerstag war geworden. Eine Brauereibesichtigung. Und zwar gings nach Kreuztal zur Krombacher Brauerei. Voller Vorfreude begab ich mich in den frühen Morgenstunden  zum Parkplatz der Gaststätte Kellner. Dort erwarteten mich neben den anderen Teilnehmern mehrere Kisten Bier. Was mich sehr gefreut hat. Natürlich hat mich die Anwesenheit der anderen Mitfahrer auch gefreut, aber Bier ist dann doch was Spezielles. Es sah also gut aus, für jeden Genügend zu trinken, mich eingerechnet. Im Bus dauerte es dann auch nicht lange bis die erste Kanne aufgerissen wurde. Ein herrlicher Start für einen Morgen und wenn man bedenkt was wir vorhatten, könnte es der schönste Tag in meinem Leben sein. Wir fuhren also Bus und tranken gemütlich. Leider fing irgendwer (David, neben mir?) mit Schnäpsen an. Da hielt ich mich doch großzügig zurück, denn es lockte noch die freie Verköstigung in der Brauerei. Freie Verköstigung in der Brauerei? Manche fragen sich was das ist. Ganz einfach, ekelerregende Druckbetankung in der jeder versucht soviel Bier seinen Schlund runter zu kippen, bis nichts mehr rein passt oder das Kotzbecken überläuft. Aber dazu kommen wir (leider) erst später. Wir waren noch nicht ganz da, da wurden die ersten Rufe nach einer Pinkelpause laut. Für die Jungs wurde mal eben an der Straße angehalten und für die Mädels mußte es schon ein Rastplatz (ohne Klo) sein. Manche nicht näher genannte Damen haben es dann tatsächlich fertig gebracht hinter den Bus zu ähhh, den Schnee gelb zu machen. Aber irgendwann geht jede Busfahrt mal zu ende und wie von einer wunderbaren Corona umgeben erschien langsam aber sicher die Krombacher-Brauerei am Horizont. Sollte es doch einen Himmel geben? Erste Ausfallerscheinungen hatten wir bei der Ankunft auch schon. Jensi war dann doch schon sehr stramm, als wir in das Vortragszimmer kamen und machte sich über unseren Führer lustig. N ein, nicht DER Führer, sondern unser Bier-Führer. Der hieß nämlich Halbe mit Nachnamen und Jensi konnte nicht mehr an sich halten, weil er jeden zweiten Satz mit ein paar „Halben“ von Krombacher begann. Jedem der schon mal nüchtern unter Strammsäcken war weiß wie nervig das sein kann. Aber wir hatten ja alle zum Glück schon was getrunken. Die 90minütige Führung kannte ich schon, war also nichts Besonderes. Man sah große Kessel von oben und unten und dann wurde uns die Kistenverladung gezeigt. Leider konnten wir nicht die Abfüllung sehen. Jetzt gings los. David war beleidigt. Er hatte sich so sehr darauf gefreut und nun konnten wir wegen Umbaumaßnahmen nicht da rein. War richtig niedlich wie er bockig in seinem Bussitz saß. Aber da kann man nichts machen. Er schwor Unmengen an Schinkenbroten zu essen um sich zu rächen. Wo wir auch gleich beim Thema sind. Die Verköstigung. Das quälende Warten hatte endlich ein Ende und wir kamen zum Ende der Führung und zum Beginn der Druckbetankung. Die Braustube erwartete uns und wenn ich nicht wieder nach Hause gemußt hätte wäre ich gleich da geblieben. Wir kamen rein, wir setzten uns hin und wir tranken Bier. Gereicht wurde cremiges Krombacher in 0,2 l Tulpen. Hört sich jetzt nicht viel an, aber die kann man viel besser in den Brägen schütten, als wenn man ewig so ein großes Glas vor sich hat. Und der Nachschub war super organisiert. Mehrere junge Damen versuchten uns ständig unter Strom zu halten. Klappte nicht immer, aber ein wenig Verdauungspause brauchte man ja auch. Essen gabs auch. (Michael-)Schanzebrot und Schinken. Lecker. David, der kleine Gierschlund, schaffte aber nur eins. Weil er mal wieder kurz vorher im Bus noch eine Stulle mit Mettwurst vertilgen musste. Dafür hat er aber den Schinken auch ohne Brot nieder gemacht. Das Bier floß und floß und wir machten Striche auf den Deckel. Man wollte ja wissen, wer am meisten schaffte. Morchel legte gleich gut los und schüttete ab und zu mal ein auf es rein. Man sollte meinen das wäre eine gute Taktik, aber wie sich zeigen sollte, ist die Taktik egal, wenn die Vorbereitung Scheiße ist. Morchel und ich waren natürlich gut vorbereite durch die tollen Tage. Er schütte ziemlich schnell und trank normales Tempo, wenn man davon in einer Brauerei sprechen kann. Im Endeffekt hatten wir beide 17 Striche auf den Deckeln. Nach zwei Stunden wurden nämlich die Hähne zugedreht. Wenn wir ehrlich sind, hätten noch ein paar reingepasst in der dritten stunde, aber es hat vollkommen gereicht. Zwischendurch gabs dann eine Polonaise und Tanz, aber das ist nur für Leute die nicht zum trinken gekommen sind, also  nichts für mich. Davon mal abgesehen waren wir die jüngste Truppe in der ganzen Bude. Die nächst jüngere Truppe war der Jugend Akkorden Club von was weiß ich wo. Durchschnittsalter: 45 Jahre. Soviel zum Thema Jugend Akkordeon Club. Aber die alten haben trotzdem gut Stimmung gemacht. Irgendwann kam dann einer an unseren Tisch und stimmte mit uns das Leid der Niedersachsen an. Ich war schockiert als ich feststellen mußte, das nur wenige den Text kannten. Da besteht Nachholbedarf. Vielleicht drucke ich den Text hier mal ab. Wie gesagt, irgendwann geht auch der schönste Tag zu Ende und wir mußten abrücken. Ab in den Bus und es ging nicht mehr viel. Jedenfalls bei mir. Durch die ganzen anstrengenden Tage vorher sind mir leicht die Augen zugefallen und ich kann nicht wirklich was von der Rückfahrt berichten außer diversen Pinkelpausen und das Christian plötzlich ein Juckeheft in den Händen hielt. Als wir in Westerode wieder angekommen sind, kam David und Morchel auf die Idee noch in die Werkstatt zu fahren. Jetzt denken bestimmt alle, das Peter wieder der erste Mann an der Spritze war, aber leider konnte ich nicht mit. Mein verlängerter Rücken hatte eine dringende Verabredung mit der Toilette, die nicht aufzuschieben war. Aber wie ich im Nachhinein gehört habe, habe ich nichts verpasst. Alles in allem war es ein schöner Tag und es war nicht mein letzter Besuch in der Krombacher Brauerei. In zwei Jahren soll der Umbau fertig sein und David will ja unbedingt die Abfüllung sehen. :)

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